Broken-Link-Check · International

Deutsch funktioniert. English führt ins Leere.

EU WebCheck · Quellenstand 09.09.2026 · 4 Minuten Lesezeit

Zwei parallele Browserhäuser mit passenden Verbindungswegen und einer fehlenden Brücke.

Auf Deutsch ist der Weg zum Angebot perfekt. In der englischen Fassung führt derselbe Button auf eine alte Seite, der Download ist deutsch und der Sprachschalter bringt Besucher zur Startseite zurück. Die Übersetzung wurde geprüft. Der Kundenweg offenbar nicht. Eine mehrsprachige Website besteht nicht nur aus mehreren Textfassungen, sondern auch aus Verbindungen zwischen ihnen.

Diese Verbindungen verdienen eine eigene Prüfung. Sprachmenüs, Produktvarianten, Dateien und Formulare können unabhängig voneinander veralten. Ein technisch erreichbares Ziel ist dabei nicht automatisch das richtige Ziel. Für Besucher zählt, ob sie in der passenden Sprache und im passenden Kontext weiterkommen. Das lässt sich mit einer überschaubaren Zuordnung systematisch kontrollieren.

Welche Seiten gehören tatsächlich zusammen?

Beginnen Sie mit einer Liste wichtiger Inhalte und ihrer Sprachfassungen. Eine Angebotsseite kann eine direkte Entsprechung besitzen, eine regionale Aktion dagegen nur in einem Markt existieren. Nicht jeder Inhalt braucht deshalb zwangsläufig dieselbe Anzahl von Fassungen. Wichtig ist, dass die Zuordnung bewusst erfolgt und nicht aus ähnlich aussehenden Adressen geraten wird.

Notieren Sie pro Inhalt die vorhandenen Zieladressen und die erwartete Reaktion des Sprachschalters. Gibt es keine Übersetzung, sollte der gewählte Umgang für Besucher verständlich sein. Ein stiller Sprung auf eine völlig andere Seite kann irritieren. Wer gerade technische Produktinformationen liest, erwartet beim Sprachwechsel eher denselben Inhalt als die allgemeine Startseite des Unternehmens.

Sprachverweise helfen, ersetzen aber keine Navigation

Google empfiehlt für mehrsprachige Websites unter anderem getrennte URLs für Sprachversionen und erläutert Hinweise auf alternative Fassungen. Solche technischen Zuordnungen helfen Suchmaschinen bei der Einordnung. Sie ersetzen jedoch keinen verständlichen Sprachschalter für Menschen und reparieren keine falschen Links innerhalb eines übersetzten Beitrags.

Trennen Sie deshalb technische Sprachkennzeichnung, sichtbare Navigation und inhaltliche Übersetzung in Ihrer Prüfliste. Eine Seite kann in einem Punkt korrekt und in einem anderen fehlerhaft sein. Wenn ein SEO-Werkzeug eine Sprachzuordnung bestätigt, ist damit noch nicht der englische Buchungsablauf getestet. Umgekehrt beweist ein funktionierender Sprachschalter nicht, dass alle technischen Sprachverweise richtig eingerichtet sind.

Die wichtigen Buttons verdienen eine Gegenprobe je Sprache

Gehen Sie die wichtigsten Wege für jede Sprachfassung durch: Angebot, Details, Download, Kontakt und gegebenenfalls Buchung. Verwenden Sie die Links auf der tatsächlichen Seite. Beim Kopieren übersetzter Inhalte bleibt gern eine alte Adresse im Button stehen. Manchmal ist der Buttontext übersetzt, sein Ziel aber weiterhin an eine frühere deutschsprachige Kampagne gebunden.

Prüfen Sie, ob die Auswahl unterwegs erhalten bleibt. Eine regionale Produktvariante oder ein gewählter Kurs sollte nicht durch den nächsten Klick unbemerkt wechseln. Bei eingebetteten Fremdsystemen kann eine eigene Spracheinstellung erforderlich sein. Testen Sie bis zu einem sinnvollen Endpunkt, ohne versehentlich echte Anmeldungen oder Bestellungen auszulösen. Für verbindliche Abschlüsse braucht es einen vereinbarten Testablauf.

Ein englischer Linktext macht noch keine englische PDF

Öffnen Sie die verlinkten Unterlagen und prüfen Sie die tatsächliche Sprache. Achten Sie auch auf Version, Maßeinheiten, Ansprechpartner und regionale Angaben. Unterschiedliche Märkte können unterschiedliche Inhalte benötigen. Ein korrekt erreichbarer Download in der falschen Fassung fällt bei einem reinen Statuscheck nicht zwingend auf. Diese Ebene gehört zur redaktionellen Abnahme.

Verwenden Sie verständliche Linktexte, wenn eine Datei bewusst nur in einer Sprache verfügbar ist. Ein Hinweis wie „Produktdatenblatt auf Deutsch“ ist klarer als eine überraschende Sprachänderung nach dem Download. Für die Pflege mehrerer Fassungen hilft ein geregelter Versionswechsel. Der Beitrag zu PDF-Downloads und Versionierung zeigt, wie Sie aktuelle und archivierte Dateien auseinanderhalten.

Beim Relaunch jede Sprachfassung mitnehmen

Eine Weiterleitungsliste nur für die deutsche Website reicht nicht, wenn englische oder weitere Einstiege bereits verwendet werden. Sammeln Sie alte Adressen je Sprache und ordnen Sie ihnen passende neue Ziele zu. Prüfen Sie das Endziel, nicht nur die Existenz einer Weiterleitung. Ein technisch erfolgreicher Umweg auf die falsche Sprachfassung erfüllt den ursprünglichen Zweck häufig nicht.

Berücksichtigen Sie auch Kampagnen außerhalb Ihrer Hauptnavigation. Eine fremdsprachige Landingpage kann noch über Anzeigen oder Newsletter genutzt werden, obwohl sie intern nicht mehr verlinkt ist. Der Beitrag zu verwaisten Seiten hilft beim Auffinden solcher Einstiege. Wenn mehrere Teams Sprachfassungen betreuen, braucht die Zuordnung einen gemeinsamen Stand statt voneinander abweichender Tabellen.

Eine kleine Sprachmatrix für die laufende Pflege

Halten Sie wichtige Inhalte zeilenweise und ihre Sprachfassungen nebeneinander fest. Ergänzen Sie Verantwortliche und den letzten kontrollierten Stand. Bei einer Änderung am Hauptinhalt wird dann sichtbar, welche weiteren Fassungen eine Prüfung benötigen. Das verhindert nicht jede Verzögerung, macht sie aber erkennbar. „Englisch folgt“ ist ein dokumentierter Arbeitsstand; ein unbemerkter veralteter Button ist keiner.

Ein Link-Check kann technische Fehler auf den erreichten Sprachseiten finden. Ergänzen Sie fehlende Einstiege und prüfen Sie Sprache, Inhalt und Kundenwege manuell. Bei Weiterleitungsketten hilft der Beitrag Links ohne unnötige Umwege. So bleibt Mehrsprachigkeit mehr als eine Übersetzungsleistung: Sie wird ein durchgängiger Weg für Menschen, die Ihre Website nicht in der ursprünglichen Sprache benutzen.